Was tun bei Trennung?

Anette Gnandt, Rechtsanwältin + MediatorinRechtliches bei Trennung und Scheidung, Scheidung und Kinder

Checkliste zur Trennung

Bei einer Trennung weiß man häufig nicht, wo einem der Kopf steht. Folgende Checkliste zur Trennung soll Ihnen dabei helfen, an alle wichtigen Dinge zu denken. Die Checkliste besteht aus zwei Teilen:

  1. Checkliste zur Trennung für alle Paare.
  2. Ergänzende Checkliste zur Trennung für Paare, die verheiratet oder nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz verpartnert sind.

Die komprimierte Checkliste zur Trennung finden Sie am Ende der Seite zum Ausdrucken im PDF-Format.

Checkliste Trennung:

  • Wohnung

    Wer bleibt (wiel lange ?) in der gemeinsamen Wohnung – wer zieht aus? Beachten Sie bei Ihrer Entscheidung die Interessen der Kinder!

  • Kinder

    Bei wem und wo sollen die gemeinsamen minderjährigen Kinder leben? Treffen Sie Regelungen zum Umgang, z.B. zu den Umgangszeiten. Wo soll der Umgang stattinden (Mitnahme der Kinder und Übernachtung) ? Allein durch die Trennung ändert sich am Sorgerecht (gemeinsame Sorge oder Alleinsorge) nichts. Ein Umgangsrecht hat jeder Elternteil.

  • Wichtige Dokumente

    Sortieren Sie Ihre persönlichen und vermögensrechtlichen Unterlagen und Dokumente.

  • Persönliche Gegenstände

    Listen Sie Ihre persönlichen Gegenstände (Kleidung, Schmuck etc.) auf und lassen Sie die Liste vom anderen Partner gegenzeichnen, sofern sie nicht mitgenommen werden

  • Hausratsaufteilung

    Sprechen Sie sich über die Aufteilung der gemeinsam angeschafften Haushaltsgegenstände ab. Achten Sie auf den besonderen Bedarf des die Kinder betreuenden Elternteils!

  • Haustiere

    Wer soll die Haustiere bekommen?

  • Konto

    Lösen Sie gemeinsame Bankkonten auf und richten Sie ein eigenes Konto ein.

  • Vollmachten

    Widerrufen Sie (Konto-)Vollmachten, die Sie ggf. für den anderen erteilt haben und teilen Sie dies möglichst auch hiervon betroffenen Dritten mit.

  • Zahlungsverpflichtungen

    Listen Sie alle (laufenden) Zahlungsverpflichtungen auf, bspw. Miete und Versicherungen, und finden Sie eine Einigung, wer was weiterführt und bezahlt. Wichtig: Gemeinam abgeschlossene Verträge müssen in aller Regel gemeinsam gekündigt werden. Der ausziehende Partner kann vom Vermieter in der Regel nicht verlangen, aus dem Mietvertrag entlassen zu werden.

  • Urlaub

    Urlaub gebucht? Eine Trennung berechtigt nicht zum Rücktritt vom gebuchten Urlaub.

  • Testament

    Passen Sie ein Testament oder einen Erbvertrag an die neue Situation an.

  • Finanzen

    Klären Sie Ihre finanzielle Lage. Beantragen Sie ggf. ALG II, Sozialgeld, Wohngeld, Elterngeld, Kindergeld, Kindergeldzuschlag, Unterhaltsvorschuss.

Zusätzliche Punkte bei verheirateten oder verpartnerten Paaren:

Bei der Scheidung bzw. Aufhebung der Lebenspartnerschaft gilt es noch folgende Punkte zusätzlich zu beachten.

  • Trennungsjahr

    Der Auszug eines Partners oder Trennung von Tisch und Bett innerhalb der gemeinsamen Wohnung für mindestens ein Jahr (sog. Trennungsjahr) ist Vorausssetzung für eine Scheidung/Aufhebung der Lebenspartnerschaft.

  • Dokumentation

    Dokumentieren Sie das Trennungsdatum für das Trennungsjahr (Voraussetzung für die Scheidung), z.B. in einem Brief an den Partner, in dem steht, dass Sie die Beziehung als beendet ansehen.

  • Unterhalt

    Ab der Trennung bis zur Rechtskraft des gerichtlichen Scheidungs- bzw. Aufhebungsbeschlusses besteht unter bestimmten Voraussetzungen (eigene Bedürftigkeit sowie Leistungsfähigkeit des Partners) ein Anspruch auf Trennungsunterhalt.

  • Scheidungsantrag bzw. Aufhebungsantrag

    Nach Ablauf des Trennungsjahres ist der Antrag bei Gericht auf Scheidung/Aufhebung möglich. Den Antrag muss zwingend ein Rechtsanwalt stellen.

  • Steuern

    Informieren Sie Ihren Steuerberater über Ihre Trennung (wegen Steuerklassen/gemeinsamer Veranlagung).

  • Krankenversicherung

    Klären Sie den Krankenversicherungsschutz ab. Nach dem Ende der Familienversicherung mit dem Scheidungs-/ Aufhebungsbeschluss ist ein Antrag auf Weiterversicherung innerhalb von drei Monaten möglich.

  • Ehe- / Partnerschaftsvertrag

    Passen Sie einen Ehe- oder Partnerschaftsvertrag ggf. an die geänderten Verhältnisse an.

Keine Einigung in Sicht?

Können Sie in den wichtigen Punkten Einigkeit erzielen ist dies der Weg zu einer sauberen Trennung oder zu einer Scheidung ohne Rosenkrieg. Wenn die Einigung mit Ihrem Partner nicht klappt, denken Sie frühzeitig daran, sich Hilfe zu holen. Mit einer Trennungs- und Scheidungsmediation können Sie Nerven, Zeit und Kosten sparen.

Wann kommt Mediation in Frage?

Eine Mediation eignet sich grundsätzlich für alle Konflikte rund um Trennung und Scheidung. Machen Sie hier den Schnelltest und finden Sie heraus, ob die Mediation auch für Ihren Konflikt geeignet ist:

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Die Checkliste zum Ausdrucken im PDF- Format:

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