Vorgespräch und Ablauf

Nach der telefonischen Terminvereinbarung kommen Sie zusammen mit Ihrem Ehegatten zu mir. Sofern Sie nicht wissen, ob Ihr Partner offen für eine Mediation ist, rufe ich ihn gerne an und bespreche mit ihm die Möglichkeit der Mediation.
Nach einem kurzen gemeinsamen Vorgespräch stelle ich Ihnen das Mediationsverfahren und den Ablauf gemeinsam vor.
Das Mediationsverfahren besteht aus fünf Phasen. Das Verfahren endet in der Regel mit einer verbindlichen Abschlussvereinbarung. Die Anzahl der Sitzungen ist sehr individuell. Meist wird eine Abschlussvereinbarung nach 5 bis 10 Sitzungen geschlossen. Eine Sitzung dauert in der Regel 1,5 bis 3 Stunden.

Wie viele Sitzungen benötigt werden, hängt von vielen Faktoren ab. Länger andauernde, vielschichtige Konflikte brauchen in der Bearbeitung mehr Zeit. Auch wenn es darum geht, eine Ehe von 20 Jahren zu einem guten Ende zu bringen und viele Themen, wie Immobilienaufteilung, Vermögensausgleich, Unterhalt und Altersvorsorge zu verhandeln sind, wird in der Regel mehr Zeit benötigt. Besteht der Streit nur bezüglich weniger Themen, z.B. bei Uneinigkeit um den gewöhnlichen Aufenthalt des gemeinsamen Kindes und den Umgangszeiten, kann auch in wenigen Sitzungen (erfahrungsgemäß in 3 bis 5 Terminen) ein gutes Ergebnis erzielt werden.


Phase 1: Regeln in der Mediation

Im ersten Treffen einigen sich die Konfliktpartner und der Mediator auf die sogenannten Strukturprinzipien, die während des gesamten Mediationsverfahrens gelten. Diese sind:

  • Freiwilligkeit: Alle Beteiligten des Verfahrens können das Verfahren jederzeit beenden.
  • Offenheit und Informiertheit: Informationen, die für die Konfliktlösung relevant sind, werden offengelegt. Wenn notwendig, werden Auskünfte eingeholt und Belege vorgelegt, um einen einheitlichen Informationsstand zu gewährleisten. Dies schafft die Basis für eine nachhaltige Einigung.
  • Vertraulichkeit: Sämtliche Informationen und Themen werden vertraulich behandelt. Der Mediator ist zur Verschwiegenheit verpflichtet und hat vor Gericht ein Zeugnisverweigerungsrecht.
  • Allparteilichkeit/Neutralität: Der Mediator nimmt die Interessen und Bedürfnisse der Konfliktpartner gleichermaßen wahr. Gleichzeitig bleibt er neutral, ergreift also nicht einseitig Partei.

Sind alle Beteiligten einverstanden, wird der Mediationsvertrag unterzeichnet ( -> hier finden Sie ein Muster).


Phase 2: Themensammlung

In zweiten Phase sammelt der Mediator mit Hilfe der Konfliktpartner die Konfliktthemen, die in der Mediation einer Lösung zugeführt werden sollen. Der Mediator achtet darauf, dass die Themen ergebnisoffen formuliert sind. Dies ermöglicht ihrem Gegenüber, sich auf das Thema einzulassen und wirklich eine gemeinsame Lösung zu finden.

Beispiel: Statt ” Wie stellen wir sicher, dass ich das Haus erhalte” sollte es besser heißen: “Was geschieht mit dem Haus”.


Phase 3: Konflikterhellung

Die Konfliktpartner legen gegenseitig ihre Interessen in Bezug auf die einzelnen Konfliktthemen offen. Zusammen mit dem Mediator werden die Bedürfnisse, die hinter diesen Interessen (auch Positionen genannt) herausgearbeitet. Der Mediator achtet hierbei darauf, dass die Bedürfnisse gegenseitig respektiert und akzeptiert werden können.


Phase 4: Lösungsfindung

Die Konfliktparteien sammeln alle möglichen Lösungsoptionen. Anschließend wählen sie die Lösung aus, die für sie beide am besten passt.


Phase 5: Abschlussvereinbarung

Die gefundenen Lösungen werden in eine Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung formuliert. Diese stellt einen rechtlich verbindlichen Vertrag dar und wird im Regelfall von einem Notar beurkundet. Als Rechtsanwältin kann ich Ihre Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung in die Rechtssprache übersetzten, so dass sich nur noch die notarielle Beurkundung anschließt. Gerne kann ich Ihnen bei der Suche nach einem passenden Notar behilflich sein.